Mario Stäuble erschlägt eine Fliege, und sieht den Elefanten nicht.


http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wie-Gegner-der-Abzockerinitiative-die-Debatte-manipulieren/story/22791059

Mario Stäuble ist zutiefst entrüstet. Was es nicht alles gibt! Nun hat der Verband der Chefabzocker (auch Economiesuisse genannt) doch tatsächlich 3 Studenten engagiert, welche in einem 25% Pensum gegen die Abzockerinitiative anschreiben, und hierfür unter falschem Namen Online Kommentare verfasst haben in Schweizer Zeitungen.

Wow, da hat die Werbeagentur wohl nicht damit gerechnet, dass Economiesuisse das nicht cool finden könnte. Nun ist das flugs eine private Initiative des Besitzers der Werbeagentur, die natürlich nichts mit dem Parallelmandat von Economiesuisse zu tun hat. Mario Stäuble lässt das auch einfach so stehen, als diese Widersprüche genüsslich auszubreiten wie es sich für einen kritischen Journalisten gehören würde.

Normal, dass Economiesuisse diese Nachricht das als unprofessionell und deppert betrachtet, (sie ist beides) die haben ja direkt einige Nationalräte oder sonstige politischen Schwergewichte fix angestellt zur Verbreitung Ihrer Weltsicht.

Farner Consulting macht das zum Beispiel einiges besser. Die haben einfach Philipp Müller (seines Zeichens Präsident der FDP) beauftragt, der dann prominent im Auftrag von Frankreich für deren Rafale, gegen den Grippen Stimmung gemacht hat. . Zum Glück haben wir wackere und selbstlose Politiker wie Christoph Blocher dem dieses Gerücht zu Ohren kam, und der das dann via einem anderen völlig unabhängigen Medium (Blocher TV) publik machte.

Philipp Müller tauchte daraufhin nach einem entrüsteten Dementi gut 8 Wochen komplett aus der Bereichterstattung ab. (Farner Consulting wird ihm dazu geraten haben).

Dass Reto Dürrenberger, der Chef besagter Werbeagentur die sich scheinbar soweit mit Ihren Kunden identifiziert, dass sie vom eigenen Geld ausgeben, allen erstes dachte, dass er mit 25 CHF Stundenlohn und einem 10-25% Pensum irgendeinen Studenten zum dichthalten bringen könnte, ist ja auch süss. Vor allem wenn es um ein Thema geht, wo die Studentenschaft wohl doch grundsätzlich eher anderweitig orientiert ist.

Dass Mario Stäuble 3 Leserbriefschreibende Studenten in intensiven Recherchen aufdeckt (einer der Studenten hat dem TA wohl den Vertrag zugestellt, aber Recherche und so tönt besser, auch wenn man bei Tamedia nicht mehr weiss was das ist, ist ja schon durchaus lobenswert, und ein brauchbarer Erkenntnisgewinn in der Tamedia, dass so was möglich ist und existiert.

Nun stellen wir uns aber noch (für etwas fortgeschrittenere Journalisten) einen Geheimdienstmoloch mit 100’000 Mann/Frau, mit ernsthaften „Konventionalstrafen“ für Verräter wie sie in James Bond Filmen halt so üblich sind, 😉 und fragen uns, was man mit all diesen netten und motivierten Mitarbeitern wohl alles für Twitter, Facebook und sonstige Accounts erstellen könnte, und was für tolle Revolutionen in beliebigen Ländern man so manipulieren oder überhaupt erst starten könnte? 😉 Und was wäre erst, wenn AFP und AP, beides vom Tagi gern zitierte „absolut glaubwürdige“ Quellen eben nicht sooo glaubwürdig wären weil auch dort massenhaft Journalisten arbeiten die einfach direkt von „gut unterrichteten Quellen aus der Regierung“ copy&pasten?

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Veröffentlicht in Journalismus, Mario Stäuble

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