Peter Wälty hat Mühe mit der Physik..


http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/Eine-Enterprise-mit-Solarantrieb/story/25697215

Zwar eine weitgehend unwichtige Story, aber doch ein schönes Beispiel von Form over Function, was die generelle Einstellung von Journalisten zu ihrer Arbeit schön dokumentiert. Ein schönes Bildchen, eine tolle Fotomontage, und schon wird Werbung gemacht für irgendein Designbüro, dem aber offensichtlich nicht nur die Ingenieursabteilung fehlt, sonder gleich jegliches physikalisches Verständnis, wie leider auch dem zuständigen Tagijournalisten.

Rechnen wir kurz:
216 Passagiere, das sind sagen wir mal 21’600kg wenn wir mit 100kg pro Passagier mit seinem Koffer rechnen.
Das Teil soll 65m lange sein. Nach den Fotomontagen einiges weniger breit (30m?), und etwa gleich hoch wie der Rumpf darunter (7m ist der A350, der ca. 300 Passagiere befördern kann).
Das Volumen dieses „Zeppelins“ könnte somit ca. 7000 kg tragen. Das ist ein Drittel des Passagiergewichts. Diese „grandiose Idee reicht also nicht einmal die Passagiere zu heben“.
Die Boeing 777, das wohl aktuell leichteste Flugzeug wiegt aber nun leer 150 Tonnen. Der „Balon“ ist jedoch massiv grösser, und müsste mit massiven Verstrebungen vom „Aufblasen“ abgehalten werden. (Die Flugzeugrümpfe sind nicht rund weils schön ist, sondern weil das die effizienteste Form ist für Druckkabinen. Das Helium müsste sogar höhere Drücke aushalten, da dieses nicht einfach aufgebaut und abgebaut werden kann wie „normale“ Luft die man auch auf 10’000m Höhe von aussen kriegt. )
Damit das geht müsste der „Balon“ also ca. 100 mal voluminöser sein. Wir haben hier also ein Design das nicht mal die Nutzlast trasportieren kann, und noch besser, eine Strucktur die mit aktuellsten Materialien ca. 400 Tonnen wäre, müsste „schwerelos“ werden, oder doch ca. 100mal leichter, damit sie nur schon sich selber tragen würde.

Wir gratulieren zu diesem tollen Vorschlag und dessen Publikation im Tagesanzeiger durch Peter Wälty!!

Nicht dass dieses Design diese etwas lange Abhandlung verdienen würde. Die Dokumentation der journalistische Leistung die dahinter steckt jedoch sehr wohl, da diese symptomatisch für aktuellen, copy&paste, weitgehend unkritischen, unkontrastierten und „Kleider machen Leute“ Journalismus steht. Prinzipiell sollte jeder Sekschüler in der Lage sein dies ganz kurz überschlagsmässig zu checken, oder wenigstens das Gewicht eines Flugzeugs zu googeln, und dies in Relation zu einem Bildchen eines Zepelins zu stellen. Oder wenn das zu viel verlangt ist von einem Journalisten der doch immerhin gegen eine halbe Milion Leser „informiert“ wäre es auch nicht sooo schwierig gewesen, kurz einem Aeronautikingenieur anzurufen damit er schnell die Plausibiliät checkt?

Ach, aber dann hätte man ja was anderes zum Schreiben suchen müssen. 😉

10. März 2013

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/Eine-Enterprise-mit-Solarantrieb/story/25697215

Zwar eine weitgehend unwichtige Story, aber doch ein schönes Beispiel von Form over Function, was die generelle Einstellung von Journalisten zu ihrer Arbeit schön Dokumentiert. Ein schönes Bildchen, eine tolle Fotomontage, und schon wird Werbung gemacht für irgendein Designbüro, dem aber offensichtlich nicht nur die Ingenieursabteilung fehlt, sonder gleich jegliches physikalisches Verständnis, wie leider auch dem zuständigen Tagijournalisten.

Rechnen wir kurz:

216 Passagiere, das sind sagen wir mal 21’600kg wenn wir mit 100kg pro Passagier mit seinem Koffer rechnen.

Das Teil soll 65m lange sein. Nach den Fotomontagen einiges weniger breit (30m?), und etwa gleich hoch wie der Rumpf darunter (7m ist der A350, der ca. 300 Passagiere befördern kann).

Volumen dieses „Zeppelins“ somit annähernd (Eliptische Kugel angenommen): 32.5*15*3,5 *Pi *1.33 = 7150m3

Luft ist auf Meereshöhe ca. 1kg schwer bei 1 Bar. Dieses Volumen könnte also (bei komplettem Vakuum, Helium oder warum nicht auch Wasserstoff, das explodiert ja dann noch schön, hat auch wenn weniger als Luft doch ein Gewicht) ca. 7000 kg tragen. Das ist ein Drittel des Passagiergewichts. Diese „grandiose Idee reicht also nicht einmal die Passagiere zu heben“.

Die Boeing 777, das wohl aktuell leichteste Flugzeug wiegt leer 150 Tonnen. Der „Balon“ ist jedoch massiv grösser, und müsste mit massiven Verstrebungen vom „Aufblasen“ abgehalten werden. (Die Flugzeugrümpfe sind nicht rund weils schön ist, sondern weil das die effizienteste Form ist für Druckkabinen. Das Helium müsste sogar höhere Drücke aushalten, da dieses nicht einfach aufgebaut und abgebaut werden kann wie „normale“ Luft die man auch auf 10’000m Höhe von aussen kriegt. )

Damit das geht müsste der „Balon“ also ca. 100 mal voluminöser sein. Wir haben hier also ein Design das nicht mal die Nutzlast trasportieren kann, und noch schöner eine Strucktur die aktuell ca. 400 Tonnen wäre, müsste „schwerelos“ werden, oder doch ca. 100mal leichter, damit sie nur schon sich selber tragen würde.

Wir gratulieren zu diesem tollen Vorschlag und dessen Publikation im Tagesanzeiger!!

Nicht dass dieses Design diese etwas lange Abhandlung verdienen würde. Die Dokumentation der journalistische Leistung die dahinter steckt jedoch sehr wohl, da diese symptomatisch für aktuellen, copy&Paste, weitgehend unkritischen, unkontrastierten und „Kleider machen Leute“ Journalismus steht. Prinzipiell sollte jeder Sekschüler in der Lage sein dies ganz kurz überschlagsmässig zu checken, oder wenigstens das Gewicht eines Flugzeugs zu googeln, und dies in Relation zu einem Bildchen eines Zepelins zu stellen. Oder wenn das zu viel verlangt ist von einem Journalisten der doch immerhin gegen eine halbe Milion Leser „informiert“ wäre es auch nicht sooo schwierig gewesen, kurz einem Aeronautikingenieur anzurufen damit er schnell die Plausibiliät checkt? Ach, aber dann hätte man ja was andres zum schreiben suchen müssen. 😉

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Veröffentlicht in Journalismus, Peter Wälty

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