Für Mirko Plüss gibts in Zypern nur Grund zur Freude!


http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Wir-sollten-uns-wohl-freuen/story/18564585

Ein eigentlich stinknormales Interview mit ein paar Allgemeinplätzen muss neuerdings im Tagi unter Pseudonym (Name der Redaktion bekannt) veröffentlicht werden. Wohl weil sie bei dem Blödsinn den sie erzählt mit Todesdrohungen in Zypern rechen müsste. Athena A. hat zwar als Journalistin mehr als 100’000 Euro auf der hohen Kante, (bei einem Durchschnittslohn um 1800 Euro brutto in Zypern) findet aber ihre Beteiligung von 40% für die Bankenrettung von Deutschland ähh nein, Zypern überhaupt kein Problem.

Köstlicher Wohlfühljournalismus um dem Volke einmal mehr die grenzenlose Weisheit unserer Staatenführer aufzuzeigen, welche schlussendlich den einzigen, selbstverständlich wie immer alternativlosen Weg gefunden haben, um uns alle zu retten. Wetten dass mit ziemlicher Garantie diese Frau Athena A. gar nicht existiert, und von irgendeinem PR Büro erfunden wurde, damit nach den Katastrophenszenarien auch mal was positives in der Zeitung steht? Evtl. wurde dieses Interview ja auch per Skypechat gemacht, vielleicht sogar ohne Video. (Wie sonst üblich bei syrischen Rebellen) Dann müsste man nicht einmal eine griechisch sprechende Frau finden die nach vermögender Journalistin aussieht.

Aber auch der Chat wird wohl Mirko Plüss als kritischen Recherchejournalisten völlig überzeugt haben dass die Athena existiert, aber kann natürlich ja auch sein, hat es Mirko Plüss komplett frei erfunden, oder das ganze Interview direkt aus einer der bekannten (immer anonymen, aber immer sicheren) Quellen erhalten. Wenigstens bei der Namensgebung seiner Heldin hat der PR-Verantwortliche aber durchaus etwas Humor bewiesen. 🙂

Schön ist nebst dem fatalistisch pathetischen Ausspruch „Nur eines weiss sie ganz sicher: «Etwas dagegen unternehmen kann man nicht.»“ (ist ja schliesslich alternativlos, Dummerchen, und das mit der Demokratie wo jeder was zu sagen hat war auch nur fürs schöne Wetter), auch der Einschub zur Schwester, und deren Tochter. Diese muss das Studium im Ausland abbrechen, da die kleinen Beträge die sie aktuell abheben können, einfach nicht ausreichen um alle Rechnungen bezahlen zu können. Komisches Studium wo die Gebühren täglich in bar bezahlt werden müssen, und komische Finanzplanung und Reservehaltung, dass nach nur ein paar wenigen Tagen mit limitiertem Zugriff auf das Bankkonto zwar ein kurzfristiges Flugticket gekauft werden kann (oder musste sie nach Hause schwimmen?), aber ansonsten das Studium abgebrochen werden muss weil 260, und dann 100 Euro/Tag nicht reichen. Wenn schon Beispiele zur „Not die herrscht“, dann doch bitte etwas plausiblere.

Advertisements
Tagged with: , , ,
Veröffentlicht in Journalismus, Mirko Plüss

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Am Besten bewertet
%d Bloggern gefällt das: